Kontext

Komplexität und Dynamik unseres Lebens erhöhen sich stetig und mit rasanter Geschwindigkeit. Globalisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel und die Entwicklung hin zu Informationsgesellschaften - einhergehend mit Vernetzungsprozessen in allen Lebensbereichen - stellen die derzeitigen Megatrends dar. Auch die akademische Landschaft wird dadurch unmittelbar beeinflusst und hat sich im Verlauf der letzten Dekade ebenfalls stark verändert:

  • Der Bologna Prozess zur europaweiten Reformierung der Lehre,
  • die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung, die 2019 von der Exzellenzstrategie abgelöst wird,
  • der zunehmende Wettbewerb um die Einwerbung von Drittmitteln,
  • Digitalisierung und Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung
  • und die auf allen Ebenen angestrebte Realisierung der Chancengerechtigkeit
  • stellen anspruchsvolle Anforderungen an Menschen, die an Universitäten und Hochschulen beruflich tätig sind.

Die Corona-Pandemie stellt seit März 2020 die gesamte Gesellschaft und damit auch Menschen, die in der Wissenschaft tätig sind vor eine Vielzahl zusätzlicher Herausforderungen. Wissenschaftler:innen mancher Fachdisziplinen arbeiten oft tage-, wochen- und monatelang räumlich isoliert von ihren Vorgesetzten, Kolleg:innen und Mitarbeiter:innen im Home-Office. So sind sehr viele Personen daheim mit einer noch höheren Work-Load durch das gleichzeitige Jonglieren beruflicher und privater Rollen, zu einem großen Teil aber auch mit sozialer Vereinsamung konfrontiert. Andere Fachrichtungen wie z.B. die Naturwissenschaften, die auf Laborarbeit angewiesen sind, müssen sich mit pandemiebedingten Verzögerungen ihrer Forschungsprojekte auseinandersetzen. Nicht in jedem Fall wird ihnen eine Verlängerung von der projektfördernden Drittmittelorganisation gewährt. Dadurch verschärft sich die Konkurrenzsituation der Wissenschaftler:innen auf der Peer-Ebene noch mehr als in den Jahren davor.  Insgesamt wird eine deutliche Zunahme des individuellen Stresspegels und damit zusammenhängenden körperlichen und psychischen Erkrankungen im Wissenschaftskontext beobachtet.


Frauen und andere unterprivilegierte Personengruppen sind von den aus den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie resultierenden beruflichen Einschränkungen und den sich daraus ergebenden Nachteilen deutlich stärker betroffen als ihre privilegierten Kollegen. Die bereits bestehenden Ungleichheiten im Wissenschaftssystem werden dadurch eher noch verstärkt.


Um der aktuellen Situation in der Wissenschaft als Individuum selbstwirksamer, widerstandsfähiger und professioneller begegnen zu können, ist es mittlerweile durchaus üblich, sich von qualifizierten Coaches unterstützen zu lassen. Externe und interne Coaches sind zu anerkannten Sparringspartner:innen im Rahmen der Personalentwicklung an deutschen Universitäten, Außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Hochschulen geworden.

Wer seine berufliche Situation klären, Orientierung und Überblick bewahren und auch unter diesen erschwerten Bedingungen persönliche Entwicklungsprozesse gestalten möchte, kann sich aus verschiedenen Personalentwicklungsmaßnahmen (z.B. Leadership- und Mentoringprogramme, Seminare/Workshops, kollegiale Beratung oder Einzelcoaching), die im Präsenz-, Hybrid- oder Onlineformat angeboten werden, jene Module auswählen, die persönlich stimmig und sinnvoll erscheinen.